Systemische Aufstellungen, bzw. Familienaufstellungen sind eine Methode, um unbewusste Verstrickungen in Familiensystemen oder auch Unternehmen und Organisationen aufzudecken und zu lösen. Damit sind sie ein wirkungsvolles Instrument für die Bewältigung vieler Probleme und die eigene selbst bestimmte Entwicklung.
Wir alle sind Töchter und Söhne, und als solche sind wir eingebunden in eines der machtvollsten Beziehungsgefüge, das wir kennen die Familie. Dass die Familie, in die wir hineingeboren werden, unser künftiges Leben entscheidend beeinflusst, ist an sich nichts Neues.
Wie weit aber dieser Einfluss geht, und in wie vielen Bereichen unseres Lebens er sich bemerkbar machen kann, darüber können wir oft nur staunen. Denn wir sind mit den Menschen in unserer Familie nicht nur tief verbunden, oftmals sind wir, ohne es zu wissen, geradezu in ihre Schicksale verstrickt. Dabei haben die meisten Menschen von sich selbst die Vorstellung, in jeder Situation ein selbst bestimmtes handelndes Individuum zu sein, und bis zu eine bestimmten Grad stimmt das auch tatsächlich.
In der Regel haben wir unser Leben ganz gut im Griff, wir träumen, planen und realisieren, kommen unseren Zielen Schritt für Schritt näher, verändern uns und wachsen und machen neue Erfahrungen. Viele unserer Schwierigkeiten und Probleme lösen wir durch ein klärendes Gespräch, ein anderes Verhalten oder eine gelassenere Haltung. Und wenn das alles nichts hilft, lesen wir ein schlaues Buch oder holen uns professionelle Hilfe.
Doch in manchen Situationen stellen wir enttäuscht fest, dass unsere Bemühungen nicht oder nur kurzfristig greifen und all das, was sich in anderen Fällen bestens bewährt, bringt uns nicht einen Schritt weiter. Immer wieder fallen wir, trotz bester Absicht in die alten Verhaltensmuster und Gefühle zurück, und es scheint, als hätte unsere Selbstbestimmtheit kläglich versagt.
Das liegt nicht selten daran, dass wir versuchen auf der individuellen Ebene zu verändern, was seine Ursachen in einem viel größeren Zusammenhang hat. Denn als Menschen sind wir nie allein, sondern immer in soziale Beziehungen oder Systeme eingebunden: Familie, Freundeskreise, berufliches Umfeld etc.
Alle diese Systeme haben aber eine seltsame Eigenschaft: sie funktionieren nicht so wie wir wollen, sondern wir funktionieren wie sie wollen. Systeme nehmen uns für ihre eigenen Ziele in die Pflicht, sie können uns fördern und beglücken, aber sie fordern uns auch und beschränken unser selbst bestimmtes Wollen. Und das geht weit über alles hinaus, was wir uns vorstellen können.
Als Mitglied einer Familie übernehmen wir von Angehörigen Gefühle, die nicht unsere eigenen sind, ahmen ihr Schicksal nach oder verzichten aus Liebe und Treue zu ihnen auf eigenes Glück. Das ist uns nicht einmal bewusst, wir merken es nur an den Folgen: wenn unser eigenes Leben nicht so gelingen will, wie wir es gerne hätten.
Wenn vielleicht die dritte Beziehung aus denselben Gründen scheitert wie die beiden davor; wenn wir mit unseren Eltern oder Kindern Konflikte austragen, die wir nicht beilegen können; oder wenn wir mit einem tieftraurigen oder verletzten Gefühl durchs Leben gehen.
Aufstellungen können diese unbewussten Verstrickungen in die Schicksale von Familienangehörigen sichtbar machen.
Denn Aufstellungen zeigen den größeren, systemischen Zusammenhang in dem wir stehen und decken die unterschwelligen Beziehungsmuster in einer Familie auf, die an der Oberfläche nicht erkennbar sind. Sie zeigen, wessen Gefühle wir übernehmen, wessen Schicksal wir nachahmen und wem zuliebe wir auf etwas verzichten.
Damit sind Aufstellungen ein wirkungsvolles Instrument für die Bewältigung scheinbar unlösbarer Probleme und die eigene selbstbestimmte Entwicklung.